1935 - 2005 | 70 JAHRE WUPPERTALER GEWERKSCHAFTSPROZESSE | VORBEREITUNG ZUM HOCHVERRAT 1935 - 2005 | 70 JAHRE WUPPERTALER GEWERKSCHAFTSPROZESSE | VORBEREITUNG ZUM HOCHVERRAT # #
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Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse
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Täterbiografien
 
Josef Schuh
 

Josef Schuh wurde am 17. Dezember 1895 in Köln geboren.
Der gelernte Maurermeister war Sozialdemokrat und innerhalb der Partei als Jugendleiter engagiert. Außerdem war Schuh Mitglied des Bundes für Mutterschutz und soziale Familienhygiene.

Aus der 1922 geschlossenen Ehe gingen 1923 und 1926 zwei Kinder hervor. Die Familie lebte in der Barmer Karolinenstraße (heute: August-Mittelsten-Scheid-Straße). Vom 4. April bis zum 5. Mai 1933 war Schuh im Polizeigefängnis Wuppertal-Barmen in ?Schutzhaft?. Schuh begann 1933 ein eigenes Baugeschäft aufzubauen, war damit erfolgreich und verdiente relativ gut. Er nutzte den neuen finanziellen Spielraum zur Unterstützung von Nachbarn, deren wirtschaftliche Lage wesentlich schlechter war. Darunter waren sowohl Familien politischer Gefangener, aber auch der spätere Blockwart der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV).

Als erklärter Verfechter einer Annäherung der beiden Arbeiterparteien hatte Schuh keine Berührungsängste mit Kommunisten und arbeitete im Widerstand mit der KPD zusammen. Er beteiligte sich im Dezember 1934 und Januar 1935 an der Verbreitung kommunistischer Flugschriften, bevor ihn Anfang Februar 1935 die Gestapo verhaftete. Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte Schuh zu zwei Jahren Zuchthaus, die er bis zum 8. Februar 1937 in Herford vollständig verbüßen musste.

Kurz vor seiner Haftentlassung wurde ihm die Polizeihaft des Frühjahrs 1933 zum Verhängnis. Weil die Haft in der Schutzhaftkartei der Gestapo eingetragen war, galt Schuh als ?Rückfälliger?, was die Wuppertaler Außenstelle veranlasste, per Eilbrief den Antrag zu stellen, ihn nach der Haft umgehend in ein Konzentrationslager zu verschleppen. Zwei Monate verbrachte er im Ungewissen im Gefängnis des Wuppertaler Polizeipräsidiums, bevor er am 9. April 1937 in das Konzentrationslager Lichtenburg transportiert wurde. Ende Juli 1937 gehörte er zu den ersten tausend Häftlingen, die in das neu errichtete KZ Buchenwald eingeliefert wurden. In der Folge lehnte die KZ-Kommandantur seine Entlassung aus der ?Schutzhaft? immer wieder ab. Die dabei verwendeten Begründungen zeigen einen Mann, der seinen Überzeugungen offensichtlich treu geblieben ist:

? August 1937: ?Die Führung und Arbeitsleistungen des Sch. genügen den an ihn gestellten Anforderungen nicht.?

? Mai 1938: ?Die Führung und Arbeitsleistungen des Sch. im Lager sind auf Grund des hier bestehenden Zwanges im allgemeinen zufriedenstellend. Eine Umstellung seiner staatsfeindlichen Gesinnung ist durch die bisherige Schutzhaft nicht erfolgt. Sch. ist Marxist und lässt dies auch seine Mithäftlinge wissen.?

? September 1938: ?Als alter, verstockter Marxist lehnt Sch. jede nationalsozialistische Beeinflussung ab. Es bedarf bei Sch. unbedingt einer lang andauernden Schutzhaft, um ihn zur Einsicht seiner falschen Weltanschauung zu bringen.?

Erst am 21. Dezember 1938 wurde er auf Anweisung des Geheimen Staatspolizeiamts nach Hause entlassen. Er fand sein Baugeschäft ruiniert vor und musste wieder als angestellter Maurer arbeiten. Nach 1945 war er als Hausmeister beschäftigt.

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